Karriere mit Hindernissen

Foto: von pixabay, auf pexels

Sehr geehrte Frau Hirsch,

mit 30 Jahren habe ich es schon weit gebracht! Zielgerade strebe ich eine Partnerschaft in einem privaten Bankhaus an. Gut 50 Stunden und mehr investiere ich dafür pro Woche.

Nun belasten mich zwei Sachen:
Zum einen möchte meine Freundin nicht einsehen, dass die Karriere nun einmal meine erste Priorität ist. Sie spricht immer häufiger über Heirat und Kinder.

Dabei, das ist Punkt zwei, ist es jetzt schon schwierig, mich ausreichend zu erholen, da ich seit einiger Zeit schlecht schlafe. In der Nacht kreisen meine Gedanken um die Karriere und einer Angst vorm Versagen. Diesen zusätzlichen Druck von ihr kann ich nicht gebrauchen.

Wie kann ich ihr klarmachen, was wirklich wichtig für mich ist und mich besser auf meine Arbeit konzentrieren?

Freundlichst,
K.B.

Sehr geehrter Karrierist,

sind Sie wirklich sicher, dass Sie Ihrer Freundin klarmachen möchten, dass sie absolut nicht das Wichtigste in Ihrem Leben ist?
Dann dürfte die Antwort doch recht leicht fallen: Sagen Sie es ihr.
Vermutlich werden Sie so den Freiraum gewinnen, sich voll und ganz, befreit von jeglicher Beziehungslast, auf Ihr Ziel zu konzentrieren.

Beim zweiten Teil Ihrer Frage wird es schon kniffliger. Denn wenn Sie schlecht schlafen, weil Sie befürchten, zu versagen, wird das Versagen umso wahrscheinlicher. Ihnen geht nach und nach die Lebens- und Arbeitsenergie verloren. Sie sagten es bereits.

Die Methoden, die mir einfallen, um Ihren Schlaf zu verbessern, werden sich allesamt auf die Zeit auswirken, die Sie für Ihr absolut wichtigstes Ziel aufbringen wollen. Denn Ihr Körper (Erschöpfung) und Geist (gedanklich nicht loslassen können) verlangen dringend nach Ausgleich, nach einer Work-Life-Balance, und zu dieser gehören: Pausen, wertvolle soziale Verbindungen, Bewegung (optimaler Weise in der freien Natur) und lauter solche Sachen, von denen Sie vermutlich nichts hören wollen.

Sollten Sie jedoch das Folgende noch lesen, so kann ich Ihnen sagen: Mit einem ausgeruhten, ausgeglichenen Geist lässt es sich vielfach effektiver denken und arbeiten, in der Folge besser schlafen und dann wieder arbeiten. Und ein bewegter, gekräftigter Körper trägt Sie mit viel mehr Leichtigkeit durch den Tag – und ebenfalls, da durch Aktivität entspannt – durch die Nacht. Eigentlich können Sie nur verlieren, wenn Sie weitermachen wie bisher. Und sehr viel gewinnen, wenn Sie sich erlauben, regelmäßig ein wenig Abstand zu nehmen.

Kommen Sie gern auf mich zurück.

Herzliche Grüße,
Katharina Hirsch

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