Podcästchen: Make every day count

Seit meinem letzten Podcästchen (der Woche) ist ein wenig Zeit vergangen…
Das hatte einen guten Grund: In dieser Zeit ist aus einer Idee meine neue „Praxis für Psychotherapie* und (Yin-)Yoga“ entstanden. Das waren viele Tage, die zählten!

Und auch heute ist ein Tag, der für mich zählt: Endlich ist wieder ein neues Podcästchen entstanden.

Podcästchen: Mit Pu im Nebel

Eine kleine Geschichte aus dem „Tao Te Pu“ von Benjamin Hoff – er erklärt den Taoismus mit Hilfe von der Figur „Pu, der Bär“ und dessen Freunden. Hier lese ich eine kleine Geschichte, die mir besonders gut gefiel. Ich mag Pu’s Logik und seine einfache Verbindung zur Welt.
Welche Stelle spricht dich besonders an?

Bild von Enrique Meseguer auf Pixabay

Ein wertvoller Impuls von Mr. Rogers

„Würden Sie etwas mit mir machen?“, fragt Tom Hanks in seiner Rolle als „Der wunderbare Mr. Rogers“ sein Gegenüber, den Journalisten Lloyd Vogel. „Eine kleine Übung, die ich hin und wieder mache: Wir denken eine Minute an Leute, die uns mit ihrer Liebe zu dem gemacht haben, was wir sind.“

Wann haben Sie zuletzt daran gedacht, wie die Begegnung mit einem bestimmten Menschen Sie beeinflusst, geprägt, vielleicht verändert hat?

Mir fallen dazu Musikstücke ein, die ich durch andere kennengelernt habe – und die dazugehörigen Interpreten, die mich danach eine Weile begleitet haben oder noch immer bereichernd auf mein Leben einwirken.

Ich denke an das „ist OK, Schatz“ einer früheren Freundin und Kommilitonin, deren akzeptierende Haltung mir heute ein aktiver Anker und eine Bestärkung für die Erfahrung ist, was Akzeptanz eben bewirkt – Entspannung und Öffnung für Richtungswechsel. Im Denken, Fühlen, Handeln können.

Die Neigung eines Ex, das Zeit-Magazin-Rätsel „Um die Ecke gedacht“ zu lösen und das Lexikon zu Rate zu ziehen hat mich gelehrt, nachzusehen. Zu überlegen: Wer oder was kann mir jetzt bei meiner Suche nach einer Antwort weiterhelfen? In der Schule habe ich das interessanter Weise nicht gelernt – obwohl ich gern zur Schule gegangen bin.

Ich mag also diesen Impuls, den Mr. Rogers da gibt. Die Übung bietet enorm viel an:

  • Sich einfach zu erinnern;
  • Sich an wertvolle Momente zu erinnern;
  • Sich zu erinnern und die Erinnerung zu genießen, zu schätzen, darin einzutauchen und damit aufzuladen;
  • In der Erinnerung Geschichte, eine Basis, innere Schätze zu finden;
  • Sie kann Halt geben, weil wir uns an Verbindungen und förderliche Beziehungen erinnern können, die uns fühlen lassen, nicht allein zu sein – nicht allein gewesen zu sein.
  • Sie kann Trost bringen, wenn wir erkennen: In der Erinnerung an Begegnungen in der Vergangenheit ist das damalige Gegenüber zu einem Teil in uns selbst geworden. Eine positive Erinnerung, die in uns lebt – auf immer – und weiterwachsen kann.

Lassen Sie uns eine Minute lang an Menschen denken, die uns mit ihrer Liebe zu dem gemacht haben, wie wir heute sind.

*Foto: Michal Jarmoluk auf Pixabay

Loslassen – ja, wie denn?

„Du musst loslassen“, bekommen Menschen, die noch mit der Vergangenheit beschäftigt sind, immer wieder zu hören. „Lass einfach los!“.

Ja, wenn es denn so einfach wäre – dann würde man es ja glatt machen… Vielleicht.
Doch tatsächlich – ist es das eben oft nicht: einfach.

Im Gegenteil erleben Betroffene immer wieder, dass das Umfeld die Bemühungen, mit der Vergangenheit fertig zu werden, nur eine kleine Zeit lang verstehen und begleiten kann. Das Trauerjahr hat seine generelle Bekanntheit verloren. Im Gegenteil wird das Leben mit all seinen – technisch initiierten – Entwicklungen immer schneller. Manchem Beobachter wird es schon nach wenigen Wochen unheimlich, wenn weiterhin der alte Pulli mit dem Geruch des verlorenen Anderen im Bett liegt, die Jacke weiterhin an der Garderobe hängt, wenn bestimmte Fragen wieder und wieder gestellt werden und ewig die gleichen Geschichten erzählt werden.

Dabei zeigt dies nur eins: Es ist noch nicht vorbei. Die Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen. Zu vieles ist noch präsent. Lehren sind noch nicht (ausreichend) gelernt, und Schätze noch nicht (sicher) geborgen.

Und so kommt es, dass Menschen, die durch für sie schwierige Veränderungsphasen gehen, es als hilfreich erleben (können), sich gezielt der Erinnerung auszusetzen. Sei es, um einer Sehnsucht nachzugeben; den Widerstand kurzzeitig aufzugeben; den Kampf um die Zukunft ruhen zu lassen; einen Moment der Wahrheit Raum zu geben, die da sagt: „Das ist in mir, und es tut weh“, oder: „Das ist in mir, und ich möchte bitte gerade nicht so tun, als sei es anders“, oder: „Das ist in mir, und es gibt mir Kraft“, oder: „Das habe ich immer noch nicht verstanden!“. Wieder und wieder. Solange, bis Ruhe einkehrt. Vielleicht Frieden. Bis der Impuls, sich (ständig) der Vergangenheit zuzuwenden, nachlässt. Aufhört. Ausbleibt. Bis eben wahres Loslassen geschieht.

Denn: „Vergangenheit ist, wenn nichts mehr weh tut!“ (Mark Twain).

Es geht darum, offene Fragen zu beantworten. Es geht darum, die Essenz des Erlebten in sich aufzunehmendas Gute zu integrieren, das Schlechte zu durchleuchten, um es in Zukunft schneller erkennen und abwehren zu können.

Das macht Erinnerungsarbeit.
In Ritualen bekommt sie einen Rahmen, zeitlich, methodisch, zuverlässig. In Ritualen wie dem Anzünden einer Kerze und Andacht; im Tagebuch-Schreiben; im inneren Dialog; in Briefen, die sich voller Gedanken, Fragen und Überlegungen an einen Adressaten wenden, ohne abgeschickt zu werden; in begangenen Feier- und Gedenktagen.
Aber natürlich auch im Gespräch mit Familie, Freunden oder Nachbarn, mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oder mit professionellen Zuhörern wie einem Pfarrer, einer Therapeutin oder  anderen Helferinnen und Helfern.

Das macht eigene und/oder unterstützte Arbeit ganz konkret mit der Wahrnehmung und Anerkennung von Bedürfnissen und Emotionen.
Zum Beispiel im Personenzentrierten Gespräch nach Carl Rogers oder mit der Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg: Bei beiden steht das Einfühlen in die Bedürfnisse der Erzählenden ganz weit im Vordergrund, das in deren Aufatmen des Verstehens oder Verstanden-worden-seins  seine Bestätigung zu findet.

Das machen systemische Techniken, mit denen teilweise nach Mustern gesucht wird und vielfach – auch wieder durch intellektuelles oder emotionales Verstehen – Perspektivwechsel angeregt werden.

Und das macht auch die Verhaltenstherapie, wenn sie Wege und Methoden aufzeigt, um Erinnerungen, Bedürfnisse und Emotionen aufzuspüren, ihnen nachzuspüren, sie systematisch beobachten- und kennenzulernen.

Wenn loslassen einfach ist – dann geschieht es. Und genau deswegen ist es für Menschen, die abschließen können, weil sie keine offenen Anteile mehr in einem Verlust bearbeiten müssen, so schwierig zu verstehen, wenn andere es nicht können.

Wenn loslassen nicht einfach geschieht – dann gibt es noch Arbeit am Vergangenen, Verlorenen zu tun. Im Bedarfsfall mit Unterstützung. Und das ist in Ordnung so. Denn:

Vergangenheit ist erst, wenn nichts mehr weh tut.

Podcästchen: Dein Licht in der Dunkelheit

Egal, wie tief die Dunkelheit ist – sie hat keine Chance gegen (dein) Licht Bild: sasint auf Pixabay

Do more of what makes you happy!

In meinem Wohnzimmer hängt dieser Spruch – „do more of what makes you happy“ – aus Holz gefertigt. In Aufstellungen, die ich für mich mache, drehen sich immer wieder verschiedene „Personen“ und Anteile zu diesem Impulsgeber um.

Dabei stellt sich die Frage: Was macht glücklich?

Was macht Sie glücklich? Wissen Sie, was Sie glücklich macht?

Oder glauben Sie nur, es zu wissen?

Zu Beginn meines Lebens auf der Suche nach mir* versuchte ich mich an vertrauten Größen:
Energiearbeit, ein Malkursus, Verabredungen. Später kaufte ich ein Saxophon und nahm Unterricht, probierte mich an Gitarrenunterricht, belegte einen Salsakurs und anderes mehr. Nichts davon begann ich aus echter Lust auf die Aktivität. Es waren eher Versuche, etwas in Bewegung zu setzen.

Tatsächlich war ich auf der Suche nach Kontakt. Doch meistens interessierten mich die Menschen, denen ich begegnete, nur wenig. Ich fand mich kaum auf einer Wellenlänge mit ihnen. Aus dieser Zeit sind nur wenige Kontakte geblieben…

Erst als ich eine Entscheidung traf, die mir so viel Angst machte, dass ich einige Wochen lang nachts mit Panikattacken aufwachte – nach Bremen zurückzukehren – konnte ich bald nach der Umsetzung feststellen: Es war besser, hier zu sein – als nicht. Und für den Anfang reichte mir das!

In dieser Entscheidung steckten mein Herz und meine Sehnsucht. Nach Hause zurückkehren. Für meine Begriffe hatte ich viel zu verlieren, als ich sie traf – Hoffnung auf Zugehörigkeit. Denn wichtige alte Kontakte, an die ich hätte anknüpfen können, gab es nicht mehr.

Ich habe gewonnen!

Heute – nach ein paar weiteren Entscheidungen, die immer wieder einen ordentlichen Herzensanteil hatten und im Vorfeld durchaus mit Bammel einhergingen – habe ich einen größeren Freundeskreis als je zuvor! Auch beruflich bin ich auf meinem Weg, schon lange, obwohl manche ihn als unstet betrachten. Tatsächlich hat er sehr viel Konsistenz und für meine Entwicklung stimmige Schritte. Und beides hängt für mich eng zusammen – Beruf und Verbindungen. Aktuell rechne ich mit weiteren Verbesserungen.

Die Moral von der Geschicht?

  • Kopfentscheidungen machen (eher) nicht glücklich.
  • Entscheidungen, die das Potenzial haben, glücklich zu machen, können eine gehörige Portion Angst mit sich bringen. Vielleicht ist sogar gerade die Angst, trotz der man etwas wagt (!!!), ein wesentlicher Richtungsweiser – denn wo es etwas zu gewinnen gibt, gibt es vermutlich auch etwas zu verlieren.
  • Gleichzeitig ist es enorm hilfreich, sich auf den Teil zu konzentrieren, der ersehnt wird. Das mindert die Angst und motiviert zur Aktivität.

Vielleicht gibt es auch Menschen, die so klar mit ihrem Herzen verbunden sind und so sehr im Vertrauen, dass sie keine Angst, sondern nur Freude empfinden, wenn sie ihrem Herzen folgen. Aber ich stelle einmal in Frage, dass diese einen Blog wie meinen lesen 😉.

*Übrigens auch eine Form der Beziehung! Und zwar eine sehr wichtige!

Podcästchen: „Weg von“ oder „hin zu“?

„Weg von“ oder „hin zu“ – in welche Richtung bewegst du dich? Bild von Ajay kumar Singh auf Pixabay