Aus purer Überzeugung: Walk & Talk

Natur ist gesund. Spätestens jetzt zu Corona-Zeiten spüren wir, wie gut die Natur uns tut! Endlich raus aus der Enge der eigenen vier Wände – selbst ein großes Haus fühlt sich irgendwann zu klein an, wenn sich das Leben nur noch dort abspielt! Ganz zu schweigen von einer Wohnung in der Stadt…

Dabei ist es längst wissenschaftlich nachgewiesen, das der Aufenthalt im Grünen uns nicht nur durch die Bewegung körperlich gut tut, sondern uns auch psychisch beruhigt. Aggressionen und Ärger werden besänftigt, Stress abgebaut, Ängste und Schmerzen können weniger werden, sogar die Konzentration steigt*. Und: „Je mehr Grün – also pflanzliches Grün – wir betrachten, umso weniger Stresshormone sind im Blut messbar“**.

Mir selbst war das (mehr oder weniger) schon als Jugendlicher klar – damals noch ganz ohne Studium oder Kenntnis irgendwelcher wissenschaftlichen Forschung.

Als Kind war ich häufig zu Fuß unterwegs. Wohin ich auch wollte, immer ging es am Waldrand entlang, teilweise auch am See, denn mit meiner Familie lebte ich in einem Feriendorf – abseits von den eigentlichen Dörfern der Gemeinde. Abgesehen von der Entfernung zur Schule oder meinen Freunden fand ich das auch gut so. Ich liebte den weiten Blick über die Täler und Hügel***, das zarte Grün und den Duft von Frühling, wenn die ersten Sträucher erblühten oder von Sommerregen. Im Herbst waren es die herrlich bunten Farben der Buchen-Misch-Wälder, die noch heute ein Gefühl von Weite und Freude in mir wecken können, und der modrige Geruch aus den Nadelwald-Bereichen, gemischt mit jenem von Pilzen…

(Den Winter mit seinen glatten Straßen mochte ich nicht so gerne).

Die Sache mit Walk & Talk entdeckte ich später, als ich mit einem Jungen zusammen war, dessen Zimmer lediglich zum Schlafen gedacht war. Sein Leben – und somit ein beachtlicher Teil unsere Verabredungen – spielten sich im Wohnzimmer und der Küche seiner Familie ab. Also gingen wir spazieren. – Wir gingen wirklich viel spazieren!

Dabei lernte ich, dass meine Gedanken – mehr als im Sitzen – „gerade aus“ liefen; ich sprang weniger in dem, was ich erzählte und unsere Gespräche waren „im Fluß“.

Natürlich hat mich das geprägt. Noch heute gehe ich gern (mit anderen) spazieren.

Stellt sich da noch die Frage, wieso ich eine Beratung im Gehen anbiete? Was auch immer passiert – es tut auf jeden Fall gut!

*https://www.die-gruene-stadt.de/gesundes-gruen.pdfx, am 11.04.21

**Prof. Harald Braem in Terra X – Die Magie der Farben, Teil 1

***Die Erinnerung nutze ich gern als „Augenentspannungsübung“ – mit geschlossenen Augen stelle ich mir vor, in die Ferne zu blicken, erinnere mich an die vertrauten Formen und Farben… Oft spüre ich die Entspannung bis in den Nacken, die Schultern und den Rücken hinein, bis in den ganzen Körper.